Data and Goliath (Bruce Schneier)

The Hidden Battles to Collect Your Data and Control Your World eine Buchrezension von Alex Krenn

Ich habe „Data und Goliath“ bereits im Jänner 2017 gelesen. Heute, mehr als 3 Jahre später möchte ich es rezensieren, weil uns die Corona Krise zeigt, welche positiven und negativen Eigenschaften eine flächendeckende Überwachung haben kann.

„There is enormous value in aggregating our data for medical research, improving education, and other tasks that benefit society. We need to figure out how to collectively get that value while minimizing the harms. This is the fundamental issue that underlies everything in this book.“

Und genau um diese Gratwanderung geht es dieser Tage, wenn wir zur Eindämmung einer Pandemie Big Data einsetzen möchten.

Wir verwenden unser Smartphone heute so selbstverständlich – als hätten wir im Leben nie etwas anderes gemacht. UND: jedes Mal, wenn wir unser Smartphone in die Hosen- oder in die Handtasche stecken und damit unser Zuhause verlassen, liefern wir unserem Mobilfunkbetreiber (A1, DREI, HOT, …), Google/Apple und vielen APPS denen wir das Recht geben unseren Standort zu tracken – ein detailliertes Bewegungsprofil.

„We don’t lie to our search engine. We’re more intimate with it than with our friends, lovers, or family members. We always tell it exactly what we’re thinking about, in words as clear as possible.“

Bruce Schneier

Das Smartphone aber ist nicht das einzige Gerät, welches persönliche Daten sammelt:

  • Unser Kindle sagt Amazon genau, was wir wann lesen und markieren;
  • Unser Fernseher gibt Samsung/LG/… Informationen, wie oft wir welches Programm ansehen;
  • Unser Netflix-Konto erstellt ein genaues Interessens-Profil über uns und unsere Familie;
  • Unser Alexa-Assistent der Sprach-Befehle aufzeichnet und auswertet;
  • Unser Auto trackt den Standort (natürlich nicht jedes …);
  • Unser Google Suchfeld das jede Suchanfrage speichert und analysiert;

3 Teile des Buches

Das Buch ist in 3 Teile gegliedert:

  • Welche Welt wir erschaffen
  • Wo wir derzeit stehen
  • Was wir machen können

Durch die vielfältige Verwendung digitaler Geräte (und dazu zählen mittlerweile eben auch Autos, Küchengeräte, Uhren, …) wird eine Unmenge an Daten generiert.

Überwachung ist omnipräsent. Das Buch zeigt, vor allem die ethischen Herausforderungen der Datensammlung und Nutzung auf, Sie kann uns Menschen – wenn sie positiv gedacht wird – unheimlich unterstützen. Und ebenso kann sie uns Schaden – wenn sie für diesen Zweck eingesetzt wird.

„We are living in the golden age of surveillance.“

Bruce Schneier

“You have zero privacy anyway. Get over it.”

Scott McNealy (1999)

Fazit

Der Autor wünscht sich daher eine Welt, in welcher Überwachung ausschließlich zur strafrechtlichen Untersuchung verwendet wird. Schneier kritisiert mehrfach die NSA, welche seiner Ansicht nach zu viele Privilegien besitzt und daher zerschlagen und in kleinere Bereiche aufgeteilt werden sollte.

Was habe ich aus dem Buch mitgenommen? Wie so oft haben wir es selbst in der Hand, wie viele Informationen wir preisgeben. Kurzfristige Vorteile gegen langfristige Nachteile abzuwägen.
Fragen die wir uns diesbezüglich stellen können:

  • Muss ich immer Google zur Suche verwenden oder gibt es auch alternative Anbieter?
  • Welchen APPS auf meinem Smartphone gewähre ich Zugriff auf meinen Standort?
  • Welchen Mailanbieter vertraue ich meine Mails an?
  • Welche persönlichen Dinge teile ich in sozialen Netzen?

Wir haben dazu eine persönliche Datenschutzrichtlinie erstellt, die wir gerne auf Anfrage teilen.